Fünf Fragen an Ina

…Ina Besche – Krastl afa35336fc

1. Seit wann interessierst du dich für Politik und wann und wie bist du zu den Grünen gekommen?

Beim Beantworten dieser Frage wird mir bewusst, dass ich wohl zur Vorgängergeneration-Merkel gehöre. Nur war eben Helmut Kohl noch 12 Jahre nach meiner Geburt Bundeskanzler. Zudem wohnte meine Oma in Oggersheim und Helmut Kohl war für mich lange eine unverständliche, aber dennoch feste Instanz.

Mein Interesse für politische und gesellschaftliche Themen kam glaube ich auf als ich 14 oder 15 Jahre alt war. Ich habe zunehmend Themen aufgeschnappt die aktuell waren und dann war ja da der 11. September 2001. Ab da begann ich mich dafür zu interessieren welche Aufgaben und welche Entscheidungen die Politik beschäftigen. Schulfächer wie Sozialwissenschaften, Politik oder auch Geschichte wurden sehr interessant für mich.

Zu den Grünen kam ich mit Anfang 20 über den Wahlomat (fast 80% damals) und zwei Freundinnen, die mich einfach mal mit zu Fraktionssitzungen genommen haben. Ich wurde Sachkundige Bürgerin im Sportausschuss und bin nun Mitglied des Kreistags und Sprecherin meines Ortsverbands. Mal sehen was noch kommt .

 

2. Welche Schwerpunkte setzt du für dich in der Arbeit im Kreistag und was möchtest du 2016 über unsere Kreistagsfraktion im Kreistag erreichen?

Die erste Zeit im Kreistag habe ich damit verbracht mich zu orientieren und vor allem zu lernen. Seit einem halben Jahr habe ich das Gefühl, dass ich für mich eine Linie entwickelt habe, die ich verfolgen möchte auch wenn wir Oppositionspartei sind.

Erreichen möchte ich mit unserem Team in der Kreistagsfraktion vor allem den Kreis etwas moderner und gleichzeitig ökologisch nachhaltiger zu gestalten. Diese Ziele laufen schon lange nicht mehr konträr. Ich bin häufiger unterwegs und sehe Dinge in anderen Großstädten und Regionen Deutschlands und Europa und frage mich, wieso manches nicht auch bei uns umsetzbar wäre. Wir müssen uns da viel mehr trauen und viel offener und vor allem mutiger werden, statt alles vorschnell abzulehnen.

Die hohen Sozialaufwendungen innerhalb unseres Kreises nehmen einen Großteil unseres Haushaltes in Anspruch. Das ist zum einen belastend für die Politik, da wir sehr wenig Spielraum für einige Projekte haben, aber vor Allem ist es erschreckend, weil ein großer Teil der Menschen im Kreis auf diese Gelder angewiesen ist. Ziel muss es sein, die Zahl der Bedarfsgemeinschaften zu senken, vor allem die jungen Menschen in die Beschäftigung zu bekommen. Wir Grüne im Kreis möchten diese Entwicklung unterstützen. Bessere Vernetzung durch den ÖPNV, mehr Gewerbe im Kreis und ausreichende Ausbildungsangebote sind Ziele, die ich und die wir voran treiben möchten.

 

3. Wie siehst du die (Kommunal-) Politik als junge Frau und als jüngstes Kreistagsmitglied?

Ich nehme auch auf kommunaler Ebene häufig wahr, dass Politik um ein vielfaches effektiver arbeiten könnte wenn der Fokus mehr auf Interessen und Inhalten, als auf Ideologien liegen und Machterhalt liegen würde. Das sind meist sehr männliche Verhaltensweisen. In der Vergangenheit fühlte ich mich häufig nicht wahr- und ernstgenommen. Gottseidank spornt mich sowas nur noch mehr an, sichtbar zu werden. Soweit ich weiß haben alle Parteien ihre Probleme damit Nachwuchs zu generieren. Mein Tipp: Nehmt junge Leute ernst und hört ihnen zu. Bringt ihnen was bei und macht rechtzeitig Platz für sie.

Mir liegt die Gleichstellung und Gleichbehandlung von Menschen in jeglicher Form persönlich und politisch sehr am Herzen. Mir fällt auf, dass Frauenpolitik im Kreis, aber auch in vielen Kreisangehörigen Städten kaum eine Rolle spielt und das obwohl Frauen und vor Allem junge Frauen auch in den kommunalen Entscheidungsebenen noch eklatant unterrepräsentiert sind. Daran will und muss ich etwas verändern.

 

4. Politik ist sehr zeitaufwändig, wie bringst du das mit dem Privatleben unter einen Hut?

Neben der Politik verfolge ich noch so einige Interessen. Kochen, Sport, Lesen, Freunde treffen und Ausgehen, Wakeboarden und Reisen. Natürlich bleibt das ein oder andere neben der Politik schon mal auf der Strecke, aber zum Glück habe ich sehr verständnisvolle Freunde, einen Mann der mir Rückhalt gibt und viele wichtige Menschen die mich in meinen Vorhaben unterstützen.

Wenn man in der Politik gute Arbeit leisten will gehört schon ein großes Maß an Arbeit und Zeit dazu, aber zwischendrin muss man sich Freiräume schaffen um neue Energie zu tanken.

In unserem Team teilen wir uns die Arbeit aber auch sehr gut auf.

 

5. Wo siehst du die Grünen im Kreis Mettmann im Jahr 2020?

Ich sehe die Grünen mit einem stärkeren Ergebnis. Ich kann mir auch vorstellen, dass wir in der nächsten Periode eine stellvertretende Landrätin oder einen stellvertretenden Landrat stellen.

Im Gespräch mit interessierten Menschen stelle ich immer öfter fest, dass Grüne Politik häufig missverstanden wird und unsere Ideen viel Anklang finden. Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Ergebnis verbessern können.

 

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