Gesundheitsausschuss beschließt die Gründung eines Bündnisses gegen Depression im Kreis Mettmann

Ein Bündnis gegen Depression wird es bald auch im Kreis Mettmann geben. Dies hat der Kreisgesundheitsausschuss auf Antrag der Fraktionen von CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen. Damit soll die gesundheitliche Situation depressiver Menschen im Kreis Mettmann verbessert, das Wissen über die Krankheit in der Bevölkerung erweitert und Suiziden vorgebeugt werden. Unterstützung bei der Planung und Durchführung lokaler Aktivitäten wird es von der Bündniszentrale des „Deutschen Bündnisses gegen Depression e.V.“ geben.
 
„Die Zahlen im Kreis Mettmann sprechen für einen dringenden Handlungsbedarf“, berichtet die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Gabriele Hruschka. Allein im Jahr 2019 kam es im Kreis Mettmann zu 47 Selbsttötungen. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der an Depressionen leidenden Menschen durch die Corona-Pandemie noch deutlich zugenommen hat“.
 
Für Tabea Haberpursch, Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für den Gesundheitsausschuss, ist wesentlich, Angebote im Kreis Mettmann auszubauen und die Sensibilität in der Gesellschaft zu fördern: „Es ist wichtig, dass mit dem Thema Depression offen umgegangen wird und Betroffene schnellen, unkomplizierten Zugang zu Hilfen in Anspruch nehmen können. Mit dem Beitritt zum deutschen Bündnis gegen Depression e.V. wollen wir das Angebot für Erkrankte erweitern und das Wissen über Depressionen bei den Einwohnerinnen und Einwohnern des Kreises verbessern.“
 
Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Markus Meiser, betont die Wichtigkeit professioneller Hilfe bereits in frühen Phasen einer Depression: „Oft wird leider erst nach dem ersten Suizidversuch eine Behandlung begonnen. Um auch hier im Kreis Mettmann noch besser frühzeitig helfen zu können, ist es gut, wenn wir von dem Wissen und den gemachten Erfahrungen bereits bestehender Netzwerke aus benachbarten Städten und Kreisen profitieren können, die seit vielen Jahren erfolgreich funktionieren. Zudem ist essenziell, dass ein solches Bündnis auch depressiven Kindern und Jugendlichen Unterstützung bietet.“ 

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